Geschichte der Heimatgemeinde Glogowatz

Die Landstraße Arad -Bukarest durchzieht den nördlichen Teil unserer Heimatgemeinde, zu der im Osten die eingemeindeten Dörfer Mindruloc im Nordosten Neupanat gehören. Im Norden grenzt an Glogowatz Fackert (Baumgarten) und im Westen der Arader Stadtteil Micalaca. Die 4 Km entfernte Marosch  grenzt die Gemeinde im Süden gegen Engelsbrunn ab. Die Koordinaten von Glogowatz sind 46° 10’ 5’’ nördliche Breite und 21° 8’ 34’’ östlicher geographische Länge, vom Nullmeridian (Prime Meridian) in Greenwich.

Die Gemarkung unserer Heimatgemeinde liegt in der Maroschebene, die geologisch gesehen zum Panonischen Becken gehört. Die Marosch änderte  öfter ihren Lauf und ließ tote Flußarme in unserem Gebiet zurück, das die nördliche Arader Ebene und in die südlich gelegene Ebene zerfällt. Der Mutterboden unserer Dorfgemarkung besteht aus Schwemmland und zu geringem Teil aus angeschwemmtem Gestein.

Das Gebiet nördlich der Marosch zwischen Fluß bis zur Landstraße steigt sanft an. Zum Schutz vor Überschwemmungen verläuft nördlich des Flusses ein etwa 4 Meter hoher Damm in ost- westlicher Richtung  parallel zum Flußlauf.

Das Gebiet zwischen Deich und Marosch wurde vor etwa 120 Jahren zur Festigung bei Überschwemmungen bewaldet.

Das Abfallen des Geländes erklärt die verheerenden Überschwemmungen in den Jahren 1864, 1879 und 1932. 1970 hielt der Damm den anstürmenden Fluten stand.

Im Laufe der Zeit verlegte die Marosch ihren Lauf gegen Süden, früher floss sie nahe an der Ortschaft, dem heutigen Schloßberg, bis sich der Lauf im heutigen Bett festlegte, wobei sie einen fast stehenden Wasserarm, die „Alte Marosch“ zurück ließ.

Nördlich der Marosch erstrecken sich noch heute viele Sandbänke und Mulden und zeigen die Rückzugsrichtung des Flusslaufes an.

Der Grundwasserspiegel war im Gemeindebereich recht hoch, zwischen 3 und 8 Meter.

Glogowatz liegt etwa 134 Meter über dem Meeresspiegel. Die wichtigsten Merkmale dieser Landschaft waren die geringen Höhenunterschiede nur einige leicht Senkungen.

Natürliche Kleinformationen sind die Geländemulden die in regenreichen Jahren leicht versumpfen. Von Menschenhand angelegt sind die Ziegellöcher, im Gulibar und beim Hannafeld. Aus ihnen nahmen die Kolonisten den Lehm zum Ziegel schlagen.

Die einzigen Erhebungen in der Ortschaft waren die Fünfhügel am Rande der Gemeinde und wo auf dem ersten Berg ein großes Kreuz und ringsum die Stationen für den Kreuzweg errichtet waren.

Kennzeichnend für das einheitliche Landklima sind heiße Sommer und kalte Winter.

Für Glogowatz gilt das gemäßigte Klima des westlichen Rumäniens. Langjährige Messungen ergaben für die einzelnen Jahreszeiten folgende Temperaturen.

Wintermonate 0,6 °C, Frühling 12,7°C Sommer 20,2°C und Herbst 11,5°C.

Die Ungarische Hofkammer schenkte Grundstücke und Siedlungen nördlich der Marosch an wenige verdienstvolle Persönlichkeiten. Von  den drei neuen  Grundherren, die es 1732 auf dem Gebiet des Arader Komitat gab, hatte der Herzog Rinaldo von Modena die größte Domäne, die ungefähr 200 Ortschaften darunter auch Glogowatz umfasste. Zu den Pächtern und Gutsherren der Gebiete nördlich der Marosch gehörte auch Baron Johann Georg Harrucker(1664-1742) der sich neben dem Heerführer Prinz Eugen als Feldproviantdirektor 27 Jahre lang um das Haus Habsburg verdient gemacht, und dafür ausgedehnte Güter von Ungarn erhalten hatte, unter denen auch Glogowatz war. Sein Sohn Dominik Baron von Harrucker (1696-1775) setzte die Besiedlung unserer Gegend fort. Bei seinem Tod besaß er 65 Ortschaften und Prädien.

Baron Hurracker ließ vorwiegend im bayrischen Franken Siedler anwerben und auf eigene Kosten, sogar auf Schiffen bis Gyula, dem Zentrum der Harruckerschen Güter bringen.

Zwischen 1741 und 1756 siedelte der Kameralinspektor M. Lovasz von Eötwenes 24 deutsche Familien aus Franken, hauptsächlich aus den Gebieten Würzbug und Bamberg an. In Glogowatz wurden zwischen 1765 und 1771 insgesamt 167 Ansiedlerfamilien aus verschiedenen Teilen des Reichs kolonisiert. Somit besaß die Gemeinde Glogowatz schon 250-300 Häuser, als 1765 eine eigene Pfarre eingerichtet und 1767 eine römisch-katolische Pfarrkirche erbaut wurde.

Kaiser Josef II veranlasste den dritten Einwanderungsstrom ins Banat. Die genaue Anzahl der Glogowatzer Ansiedler aus dieser Periode ist nicht genau bekannt, doch aus den Tauf und Sterbematrikeln geht hervor, dass zwischen 1779 und 1806 insgesamt 371 Menschen aus verschieden Teilen des Reichs einwanderten.

Nach 1806 versiegt der Einwanderungsstrom, es gibt nur noch Zuwanderer aus umliegenden Banater Ortschaften.

Die Eintragungen in den Matrikeln bringen leider nicht immer die genauen Ortsangaben. So kamen die Ansiedler, 16 aus Ungarn, 14 aus Franken, 13 aus Rheinland-Pfalz, 15 aus Österreich, 7 aus Schlesien 8 aus Bayern, 2 aus Lothringen.

Die zahlreichen Einwanderer aus Ungarn sind eigentlich Binnensiedler, die nach der ersten Ansiedlung bereits einige Jahre in anderen Ortschaften ansässig waren, bevor sie nach Glogowatz kamen und sich endgültig niederließen.

Der Reiseweg der meisten Kolonisten nach dem Arader Gebiet scheint über einen langen Fußmarsch aus allen Teilen des Reiches bis Donauwörth, wo dann die Auswanderer die bereitgestellten Transportkähne bestiegen und über Wien bis Budapest fuhren.

Dann begann  die Landfahrt in eigenen Fuhrwerken oder in Wagen des Gutsherrn, über Ketschkemet, Gyula  und über Arad an den Bestimmungsort Glogowatz.

Manche Siedler haben wohl auch den längeren, doch einfacheren Wasserweg bis Titel an der Theißmündung gewählt.

Der Ortsname unserer Heimatgemeinde soll angeblich serbischen Ursprungs sein.

Somogyi Gyula hält die Ortüberlieferung fest, wonach die Benennung vom Anführer einer Räuberbande, namens Glogow stammen soll. Der Name unserer Heimatgemeinde wurde von den jeweiligen Verwaltungsbehörden abgeändert. Von 1910 bis 1918, als die ungarische Herrschaft aufhörte, gab es den Ortsnamen Öthalom. Die rumänische Verwaltung passte den Namen nach 1918 als Glogowatz ihrer Sprache an. Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 wurde Glogowatz nach dem Revolutionär von 1821, Tudor Vladimirescu benannt, ohne dass unser Dorf und die Einwohner zu den Anführer dieser rumänischen Revolten irgendeine Beziehung gehabt hätten. Der Ausbau der Gemeinde begann laut mündlicher Überlieferung mit der Herrengasse und den Straßen um die große Kirche und den Schloßberg.

Das eigentliche Dorf, heute der Kern der Gemeinde, wurde hauptsächlich zwischen 1870 und 1920 ausgebaut. Dagegen wurde das neue Dorf hauptsächlich von rumänischen bäuerlichen Kolonisten erst nach 1956 am Nordrand der Gemeinde gegründet und in Richtung Bahnhof und Chemiekombinat ausgebaut. Die Gemeinde Glogowatz hatten noch zwei Ortsteile, „Gulibar“ das serbischer Herkunft sein soll und den Ortsteil „Hanafeld“ der Name weist auf das Wasser einer durch Ziegelschlag entstandenen Lehmgrube hin, in der der Hanf geröstet und gewaschen wurde.

Auch die Gassennamen bewahren ein Stück Siedlungsgeschichte und Überlieferung.

Die Herrengasse ist vermutlich nach mündlicher Überlieferung von den ersten Siedlerfamilien angelegt worden. Diese sollen herrische Siedler aus Mainz gewesen sein. Die Eselsgass soll nach den hier angesiedelten Elsässer benannt worden sein und somit auch auf das Herkunftsland hinweisen.

Die Lausgass soll ursprünglich eine lausige Gasse der Armen aus der zweiten Ansiedlungsperiode gewesen sein.

In der Kumesarasgass wohnte der Kommissar in einem alten Haus. Er war Beauftragter der damaligen Militärbehörde. In der Gemeindehausgasse liegt das Gemeindehaus heute der Volksrat der Gemeinde.

Die Friedhofsgasse verläuft neben dem Friedhof, in der Brettergasse hatten vormals die Häuser Bretterzäune und unverputzte Brettergiebel.

Der Name Frankengasse weist auf die wichtige, fränkischer Herkunft das in den Matrikelbüchern festgehalten wurde. Die Aradergass ist die letzte westlich gegen Arad zu gelegene Gasse des Dorfkerns. Die Stroßgass wurde 1880 angelegt, als nach der großen Überschwemmung vom Dezember 1879 im Gulibar 33 Häuser mit 400 Quadratklafter Grundfläche für jeden Bauern angelegt wurden.

Auch in der Langegasse wurden Hausplätze für 33 Kleinhäuser ausgeteilt, wo nach dem Einsturz ihrer Behausungen auf je 200 Quadratklafter neue Häuser errichtet wurden.

Die Kaspersgass ist nach dem Besitzer eines Greißlehrladens, Kasper benannt.

Die Tschikagass erhielt ihren Namen nach dem ungarischen Dramatiker Csiky, der 1848 in Pankota geboren wurde und 1891 in Glogowatz gestorben ist. Es ist die einzige nach einer ungarischen Persönlichkeit benannte Dorfgasse.

Die Kirchgass beginnt von der großen Pfarrkirche, am südwestlichen Dorfrand. Hier liegt das Hauptgebäude der Schule, mit Verwaltung und Direktion.

Die Deitschgass wurde vorwiegend von Deutschen bewohnt, das Krottagäßl wurde benannt durch seinen schmalen Durchgang, ein Pfad zwischen Schloßberg und Eselsgaß, so schmal, dass neben einem Menschen nicht mal eine Kröte Platz hatte, erwähnenswert ist auch das Putzengäßl.

Die ersten Häuser der Glogowatzer Ansiedler wurden um den Schloßberg und im tiefer gelegenen, südlichen Baugelände errichtet. Als Baumaterial diente ein mit Schilf und Weiden, später mit Spreu vermischtem Lehm für die gestampften Wände und Kotziegel.

Am Anfang wurden die Häuser mit Schilfrohr und Gerstenstroh gedeckt, später verwendete man auch Schindel. An das vordere Zimmer grenzte die Küche mit offenem Rauchfang, daran schloss die Kammer und der Viehstall an. Man baute nur Landhäuser, mit dem Giebel zur Straße. Bei den späteren Triangelhäusern wurden den Landhäusern 2-3 Zimmer an der Gasse angebaut.

Wegen der unebenen Baufläche konnten die Gassen nicht systematisch, sondern nur verwinkelt und schief angelegt werden. In der Anfangszeit gab es viele Brände und Überschwemmungen, somit wurde das Dorf immer mehr in Richtung Norden ausgebaut.

In der Zeitspanne 1880-1922 überschritt der Häuserbau die Landstraße und richtete sich nach Norden gegen die Eisenbahnlinie aus.

Die Höfe und Gassen wurden in dieser Periode regelmäßiger angelegt als am Anfang, zudem baute man mehr Wirtschaftsräume.

In der Zeitspanne 1956-1960 hat sich das Weichbild der Gemeinde Glogowatz, infolge des Dekrets Nr. 81, um 40 Hektar erweitert. Damals wurden 359 Hausplätze zu je 0,12 ha hauptsächlich an rumänische Kolonisten verteilt worauf diese mit Staatsanleihen von je  18000 Lei das sogenannte Neue Dorf aufbauten.

Nach der Rückgabe der enteigneten deutschen Häuser setzte im ganzen Dorf eine rege Bautätigkeit ein. Bis 1968 wurden 82 alte Häuser ganz umgebaut mit neuen Gassenzimmern im Triangl-System mit Badezimmer und Wohnhäuser nach städtischem Vorbild errichtet, die Gehwege wurden betoniert, Zementzäune aufgezogen und Eisentore eingesetzt. Hausgärten, Traubenspaliere, Obstbäume und Blumenbeete zierten die Höfe.

Zum Dorfbild von Glogowatz gehört der Umschlagbahnhof der Eisenbahnlinie Arad-Deva, er wurde wegen der großen Entfernungen zum Wohngebieten kaum benutzt.

An der Landstraße steht die große, leider vernachlässigte Leitingersche Dampfmühle.

In Richtung Arad kommt man zur Krierlehrerschule wo man bis zur vierten Klasse lernte. An der Landstraße befindet sich auch die rumänisch-orthodoxe Pfarrkirche im byzantinischen Stil mit zwei runden Türmen.

An der Landstraße ungefähr in der Mitte befindet sich die kleine Dreifaltigkeitskirche mit einem Kreuz davor, ihr gegenüber die Haltestelle unseres Motors des grünen Elektrischen Zuges, der seit 1906 Glogowatz mit Arad, Pankota, und Radna verband.

Diesen Motor gibt es noch aber er verkehrt nicht mehr bis Arad, sondern nur bis zum Chemiekombinat.

Am östlichen Dorfrand dehnt sich südlich der Landstraße, unser römisch-katholischer Friedhof aus, an den sich der kleinere, rumänisch orthodoxe Friedhof anschließt.

Etwa 500 Meter weiter östlich erheben sich die fünf Hügel. Auf dem ersten Hügel wurde 1852 die von Michael Schart gestiftete Kapelle eingebaut, ringsherum 14 Stationen des Leidenswegs Christi und auf dem Gipfel ein Steinkreuz gesetzt.

Im unteren Teil der Aradergasse liegt dass jergerische Großbauernhaus in dem die  „Erste Sparkasse“ AG, das große Wirtshaus, mit Gaststätte und Kegelbahn und eine Kreislerei untergebracht waren.

Weiter kommt man zur im gotischen Stil erbauten, römisch-katolischer Pfarrkirche, daneben steht das Pfarrhaus, gegenüber die große Schule, heute das zentrale Schulgebäude mit dem Sitz der Direktion, dann der ehemalige Kindergarten, der frühere Gendarmerieposten und der „Schloßberg“ die alte Propsteiruine von Orod.

In der Gemeindehausgasse steht das staatliche Gemeindehaus, der Sitz der politisch-administrativen Gemeindeleitung, daneben der „Spritzschopfe“ Feuerwehrhaus mit Spritzen und Geräten.

In der Gemeindehausgasse befindet sich auch die Grovalehrerschule daneben die frühere Reitschule, heute Sitz der Kollektivwirtschaft, weiter östlich der Sportplatz, und am Ende der Gasse das Eingangstor zum Friedhof und zum  Abstellhaus für den Totenwagen. Auf dem Friedhof  ist auch eine Kapelle für die Totenaufbewahrung.

Im Gulibar steht das „Halderhaus“, früher gab es hier eine Schlachtbank und den Gemeindestall für männliche Zuchttiere.

Zum Dorfbild gehören hölzerne und steinerne Wegkreuze in manchen Gassen und auf Feldwegen.

Unvergessen zum Dorfbild gehörend an Wegkreuzungen auf den Feldern, die Schwengelbrunnen für Mensch und Vieh. Der Fischteich am Dorfrand, wo man Fische und Enten züchtete, Grovalehrers Weingarten mit Sommerhaus, dann der Maroschdamm vor dem Auwald mit dem Waldhiederhaus die Kälwerschlucht und noch etwas südlicher die Marosch. An der Marosch standen vor einiger Zeit Wassermühlen

Es ist bekannt, dass die wachsende Bevölkerungszahl und die Kinderfreudigkeit im 19. Jahrhundert ein Grund zur Übersiedlung vieler Glogowatzer Familien in umliegende Dörfer war.

Zum Beispiel 1843 wanderten 30 Familien und 1846 ebenfalls 30 Familien nach Fachert (Baumgarten), Neupanat, Sanktmartin und Zipar (Liget)aus. Die Glogowatzer drückten diesen Ortschaften ihre gesprochene Mundart den Stempel auf.

Am 23. Juli 1914 erging an die Glogowatzer der Mobilmachungsbefehl. Lang ist die Liste der Glogowatzer die im Ersten Weltkrieg gefallen sind und vermisst wurden. Insgesamt hatte Glogowatz im Ersten Weltkrieg 50 Kriegsopfer zu beklagen. Die Beteiligung der Glogowatzer deutschen Bevölkerung an den politischen Machtkämpfen innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft war äußerst gering.

Bei Parlamentswahlen unterstützte der größte Teil der Wahlberechtigten die bürgerlichen rumänischen Parteien aus denen die jeweiligen Regierungen hervorgingen. Ein großer Teil des kulturellen Lebens spielte sich in Glogowatzer Verbänden und Vereinen wie „Deutsch-Katholischer Jugendverein“, „Mädchenkranz“ und Männergesangsverein ab.

Der Leidensweg der Glogowatzer begann am 22.Juni 1941 als Rumänien an der Seite des deutschen Reiches in den Krieg gegen die Sowjetunion eintrat.

Aus Glogowatz zogen am 04. Juli 1943, 504 Männer zur deutschen Wehrmacht ab.

Im Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen während des Zweiten Weltkrieges sind 269 Glogowatzer auf den Schlachtfeldern gefallen und 28 wurden von ihren Einheiten als vermisst gemeldet. Wie viel Weh, Trauer und Tränen hinter diesen blassen Zahlen stehen, ist in Worten nicht zu fassen.

Zuhause sind 5 umgekommen, in verschiedenen Lagern Internierte 54, daraus ergeben sich 356 Glogowatzer Kriegsopfer.

Schon wieder näherte sich ein neues Unheil für die Glogowatzer. In Glogowatz fand die Verschleppung nach Russland am 14. Januar 1945 statt. Alle Frauen im Alter von 18 bis 32 Jahren und Männer von 17 bis 45 Jahren wurden nach Russland verschleppt.

Es ist ja bekannt dass sehr viele unter sehr unmenschlichen Umständen krank wurden und auch sehr viele den Tod fanden.

Von den verschleppten Glogowatzer Landsleuten starben 59 in der Sowjetunion.

Aus Glogowatz sind bis zu dem heutigen Datum etwa 4200 Deutsche in die Bundesrepublik übersiedelt.

Von 1902 bis 1982 wanderten 361 Familien in die Vereinigten Staaten von Amerika, 54 Familien nach Kanada und 4 Familien zog es nach Südamerika.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde: Im Jahr 1910: 4055  Deutsche 483 Rumänen

1930:3882  Deutsche 487 Rumänen, 1966: 4070 Deutsche, 1830 Rumänen.

In unserer Gemeinde gab es 1880 die Blasmusikkapelle unter der Leitung von Valentin Schaudenecker. Die zweite wurde am 07.03.1906 unter der Leitung von Jakob Minich gegründet. Bis 1984 folgten noch weitere 6 Musikkapellen unter der Leitung, von jeweils Michael Ganz im Jahr 1927, Nikolaus Marx im Jahr 1931, Georg Ardelean im Jahr 1935, Paul Dumelle und Johann Wild im Jahr 1949, Anton Hollich im Jahr 1954 und schließlich die Letzte die von Anton Hoff bis 1984 geleitet wurde.

Es gab auch Unterhaltungsorchester unter den Leitungen von Anton Hollich, Wendelin Kaiser. Franz Haidt und Anton Sölöschi.

Als es am 27. März 1847 in Glogowatz brannte wurde zum ersten Mal die hiesige Feuerspritze eingesetzt. Im Jahr 1913 wurde der erste Feuerwehrverein von Glogowatz gegründet.

Erst im Jahr 1928 wurde auf Anordnung der rumänischen Regierung der zweite Glogowatzer Feuerwehrverein gegründet. Erster Feuerwehrkommandant war Wendelin Vormittag. Im Verein der Feuerwehr gab es außer den standardmäßigen Übungen und Wettkämpfen auch eine rege Kulturtätigkeit die so lange hielt bis am Ende fast alle Mitglieder ausgewandert waren.

Im Oktober 1929 wurde der „Deutsch-Katholische Jugendverein“ von Glogowatz“ gegründet. In Glogowatz gab es nacheinander drei Mädchenkränze, einen Jagdverein, einen Schützenverein gegründet im Jahre1867. Ebenso gab es eine Reitschule gegründet 1848.

In den dreißiger Jahren begann man in Glogowatz mit dem Fußballspielen, später folgten auch Handball und Leichtathletik.

Unsere Pfarre gehörte zum Dechanat Petschka, später gehörte es dem Dechanat Arad.

Im Jahre 1765 besaß unsere Gemeinde die erste Kirche. Im Jahre 1766 hatte unsere Gemeinde den ersten Pfarrer. Später gab es in unserer Pfarre auch Kapläne. Im laufe der Zeit, um 1840 gab es in der Pfarre 4. Angestellte, eine Wirtschafterin eine Köchin, und zwei Diener. Aus Glogowatz stammen drei Geistliche. Adalbert Johann Merle, Emmerich Vormittag, und Josef Hoffmann. Glogowatz hat zur Zeit noch einen Priester Franz Pettla, er wurde in Bakowa geboren und am 15.08.1937 zum Priester geweiht Am 01.10.1963 kam Pettla als Pfarrer nach Glogowatz und ist zur Zeit Dechanatpfarrer unserer Heimatgemeinde.

Im Jahre 1756 wurde die erste Kapelle errichtet und zu Ehren der heiligen Apolonia geweiht. 1766 wurde die erste Kirche erbaut und zu Ehren des heiligen Johannes von Nepomuk geweiht.

Bei einem Großbrannd im Jahre 1865 ist die Kirche und das Pfarrhaus bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Bei diesem Brand sind auch 19 Häuser niedergebrannt, es blieben 19 Familien obdachlos. Laut Überlieferungen begann man unsere heutige Kirche 1886 zu bauen, am 20.11.1887 wurde sie dann durch Weihbischof Josef Nemeth dem heiligen Johannes von Nepomuk geweiht. Die Baukosten der Kirche betrugen 43368 Gulden.

Die Kirche schmücken die Statuen des heiligen Johannes von Nepomuk, den Kirchenpatron, am Hauptalter, die Statue des heiligen Florian und des heiligen Wendelins. Im Turm hängen vier Glocken gestiftet von verschieden Landsleuten, die große Glocke wurde 1923 der heiligen Mutter Anna geweiht.

Die Johanniskapelle neben der großen Kirche beim Pfarrhaus, wurde dem Schutzpatron unserer Kirche dem Johannes von Nepumuk geweiht.

Unsere Gemeinde besitzt auch eine kleine Kirche, sie wurde größten Teils aus Spenden der Familien Sebastian Rauch, und Mathias Schmalbach gestiftet Sie war am 16. Juni 1889 dem Dreifaltigkeitssonntag fertig und von dem Pfarrer aus Baumgarten, Kasper Riesz eingeweiht worden.

Die einzige Glocke in der Dreifaltigkeitskirche an der Landstraße wurde von Familie Triff und seiner Frau Luise gestiftet.

Die Kapelle im ersten Fünfhügel dem Kalvarienberg wurde am 03. Mai 1852 vom blinden Michael Schart gestiftet und das Altarbild zu Ehren der Muttergottes erbaut.

Das Kreuz an der großen Kirche wurde im Jahre 1887 erbaut

Das Kreuz an der Landstraße vor der Dreifaltigkeitskirche wurde 1846 errichtet.

Es gab mehrere Flurkreuze, ein „Weißes Kreuz“, ein „Blaues Kreuz“, u.v.a. insgesamt gab es 27 Wegkreuze.

Zur Mithilfe bei Bestattungen ärmerer Bürger und zur teilweiser Deckung der Auslagen für die Hinterbliebenen wurde der Glogowatzer Leichenverein 1907 gegründet.

Der Friedhof wurde am 06. August 1779 am östlichen Dorfrand angelegt und von Stefan Pevy, Petschkaer Dechanatpfarrer, eingeweiht.

Am 20. August 1843 wurde der erste Glogowatzer auf dem neuen Friedhof begraben

Im Laufe der Jahre gab es auch verschiedene Laienspielgruppen Unter der Leitung von Martin Freisinger, Franz Pretz und Sofia Hoffmann.

Eine Mischung fränkischer, pfälzischer und schwäbischer Elemente widerspiegeln sich im Wesen und in der Sprache unserer Glogowatzer Landsleute. Dazu kommen noch bayerische Elemente und Einflüsse aus anderen Sprachen, die zur Eigenart der Glogowatzer Mundart geführt haben.

Das erste Glogowatzer Heimattreffen fand am 06. Mai 1978 im Münchner Pschorr Keller statt.

Es fanden sich fast 300 Glogowatzer Landsleute ein. Das zweite Heimattreffen fand am 26. Mai 1979 mit rund 450 Teilnehmer im Bürgerbräukeller der Bayerischen Landeshauptstadt München statt.

Unser Heimatbuch wurde von der Heimatortsgemeinschaft im Jahre 1988   von dem damaligen Vorsitzenden Anton Dumelle herausgegeben.

Am 16. Mai 1994 fand in einem feierlichen Akt die Einweihung unseres Gedenksteines im Waldfriedhof München durch unseren Landsmann Monsignore Emmerich Vormittag statt.

Franz Schlechter  

Vorsitzender HOG Glogowatz

15.03.2001